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Banque de Luxembourg Stiftungsgespräche am 14. Mai in Freiburg
Am 14. Mai fanden in Freiburg im Breisgau die 1. Banque de Luxembourg Stiftungsgespräche statt. veranstaltet. Dort teilten Peter W. Heller, Stifter und Geschäftsführer der Canopus Stiftung, sowie Lothar. A. Böhler, Stiftungsdirektor der Stiftungsverwaltung Freiburg, ihre sehr konkreten Erfahrungen aus der Praxis. Die Veranstaltung stieß bei den 18 Teilnehmern auf eine positive Resonanz. Bewusst wurde der Rahmen der Stiftungsgespräche überschaubar gehalten, was auch das Credo der kommenden Veranstaltungen sein wird, um einen interaktiven Austausch und anregende Diskussionen weiterhin zu ermöglichen.
Die Inhalte und wichtigsten Kernaussagen der Veranstaltung haben wir im Folgenden nochmals zusammengefasst:
Peter W. Heller ging in seinem Vortrag auf „Förderstrategien für Sozialunternehmer“ ein und stellte die Schwerpunkte seiner 1997 gegründeten Familienstiftung vor. Diese liegen an der Schnittstelle von Armutsbekämpfung und nachhaltiger Energieversorgung, vor allem in Ländern Südamerikas und Afrikas. Herr Heller definierte in diesem Zusammenhang den Begriff des „Social Entrepreneurs“. Demzufolge überträgt ein Sozialunternehmer Methoden und Instrumente der Führung privatwirtschaftlicher Unternehmen auf Projekte und Initiativen der Zivilgesellschaft. Die Arbeitsbereiche liegen in der wirtschaftlichen Entwicklung, dem Umweltschutz, der Erziehung, der Partizipation, den Menschenrechten und der Gesundheit. Herr Heller sagte auch, weshalb diese Projekte trotz ihrer unternehmerischen Struktur ihren gemeinnützigen Charakter wahren.
Lothar A. Böhler referierte über das Thema „Strategische Umsetzung von Stifterwillen und Stifterintentionen“ und stellte dabei die sechs kommunalen Freiburger Stiftungen vor, die unter dem Dach der Stiftungsverwaltung Freiburg organisiert und verwaltet werden. Ihre Förderschwerpunkte liegen in der Erziehung, der Altenpflege (derzeit insgesamt 1.000 Pflegebedürftige) und der Ausbildung von Jugendlichen. Insbesondere die von ihm vorgestellten Erfolgsfaktoren für gute Stiftungsarbeit - darunter die vielfältigen Informations- und Beratungsmöglichkeiten des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen und anderer Institutionen - stießen bei den Zuhörern auf großes Interesse. Dabei empfahl Herr Böhler potenziellen Stiftungsgründern, die Satzung flexibel zu gestalten, um im Falle von gesellschaftlichen Veränderungen entsprechend auf diese reagieren zu können. Stiftungen sollten zudem nach Möglichkeit 5% ihres Vermögens in die Öffentlichkeitsarbeit stecken; bei vielen (kleinen) amerikanischen Stiftungen sei dieser Prozentsatz sogar noch höher.
Dieter Hein, der bei der Banque de Luxembourg das Kapital diverser Stiftungen verwaltet und gleichzeitig Leiter des Rentenmanagements ist, ging auf die Auswirkungen der allgegenwärtigen Finanzkrise auf die Kapitalausstattung von Stiftungen ein. Allerdings gibt es hierzu kein aussagekräftiges Datenmaterial mit verbindlichen Auskünften. Sehr anschaulich und mit verständlichen Worten erklärte Herr Hein die Ursprünge und Zusammenhänge der allgegenwärtigen Krise, betonte zugleich aber auch, dass kein Allheilmittel für die perfekte Anlageempfehlung von Stiftungen existiere, das Thema Finanzen bei Stiftungen aber dennoch zur Kernaufgabe werde. Daher sei es unvermeidlich, mit kompetenten Finanzexperten zusammenzuarbeiten und eine langfristige Anlagepolitik zu definieren, die sowohl den Kapitalerhalt als auch die Bereitstellung der nötigen Geldflüsse zur Erfüllung des Stiftungszwecks zum Zielt hat. Es wurde daraufhin in der Runde anregend diskutiert, ob das Korso des Kapitalerhalts in der heutigen Form in der gegebenen Marktsituation überhaupt Sinn mache.
Die „2. Banque de Luxembourg Stiftungsgespräche“ finden am Mittwoch, den 28. Oktober 2009 in Hamburg statt. Weitere Einzelheiten folgen in Kürze.