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| Herzlich willkommen auf der Homepage www.philanthropie.lu Auf den folgenden Seiten, die von der Banque de Luxembourg initiiert wurden, erhalten Sie Informationen zum Kolloquium und zur aktuellen Situation der Philanthropie in Luxemburg. |
Die Verwaltung von Stiftungsvermögen im Auf und Ab der Krise
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„Umstellung auf langfristige Anlagekonzepte“Guy Wagner, Chief Economist, Banque de Luxembourg |
Wie bewerten Sie die aktuelle Wirtschaftssituation?
In den zurückliegenden dreißig Jahren fungierten die USA als Motor der Weltwirtschaft, und die amerikanische Wirtschaft wurde ihrerseits wiederum vom privaten Konsum angetrieben. Die Ausgaben der US-Konsumenten stiegen ununterbrochen, während die Löhne und Gehälter stagnierten. Parallel zur wachsenden Verschuldung sank die Sparquote. Kurz gesagt: Die US-Haushalte lebten über ihren Verhältnisse, und die Folgen, besonders im Immobiliensektor, dürften jedem bekannt sein. Dieses Wachstumsmodell gehört der Vergangenheit an. Angesichts der aktuellen Situation in den USA, der Arbeitslosenzahlen usw. sehe ich keine Möglichkeit, wie der private Konsum der Vereinigten Staaten künftig die Weltwirtschaft antreiben könnte.
Was ergibt sich hieraus für die Zukunft?
Die Welt braucht einen neuen Motor! Mittelfristig könnte Asien diese Rolle übernehmen. Da das asiatische Wachstumsmodell derzeit noch auf dem Export (insbesondere in Richtung USA) und einer sehr hohen Sparquote der Haushalte basiert, dürfte bis dahin allerdings noch einige Zeit vergehen. Zunächst müsste Asien den Binnenkonsum ankurbeln. Dies ist wiederum ein komplexer, mehrstufiger Prozess, der beispielsweise die Einführung eines Sozialversicherungssystems in China umfasst, denn kaum ein Chinese wird sein Erspartes ausgeben, solange er in ständiger Angst vor Krankheiten und deren finanziellen Folgen lebt.
Welche Konsequenzen leiten Sie daraus für die Anlagestrategien von Stiftungen ab?
Wir müssen noch längere Zeit mit niedrigen Zinsen rechnen, denn sie hängen eng mit dem Inflationsszenario zusammen, und aufgrund von Produktionsüberkapazitäten sowie hohen Arbeitslosenzahlen steht aktuell eher eine Deflation auf der Tagesordnung. De facto ist eine Stiftung, die regelmäßige Einkünfte ohne großes Risiko anstrebt, nahezu gezwungen, eine geringe Verzinsung hinzunehmen. Die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen liegen derzeit in etwa bei 3,30%. Dieses Niveau kann eine Stiftung erwarten, die keine größeren Risiken eingehen und ihr Vermögen sichern möchte. Kapitalerhalt und 5%ige Renditen schließen sich nicht grundsätzlich aus, es ist nur ausgeschlossen, dies zu versprechen.
Welchen Rat geben Sie Stiftungen?
Die von uns beratenen Stiftungen zeigen uns ihren Finanzbedarf für den laufenden Stiftungsbetrieb auf. Unsere Aufgabe ist es anschließend, die für diese Fixkosten benötigten Einnahmen zu erzielen – häufig über ein Geldmarkt- und/oder Rentenportfolio. Haben wir dieses Ziel erreicht, rücken andere Anlageformen ins Blickfeld, die eine höhere Performance erlauben, z.B. Börsenanlagen. Wichtig ist, dass Stiftungen, die ihre Einnahmen derzeit nur auf kurze Sicht planen, ein Umdenken einleiten. Wir bieten Unterstützung bei der Umstellung auf langfristige Anlagekonzepte, die die notwendigen Einnahmen gewährleisten.