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| Herzlich willkommen auf der Homepage www.philanthropie.lu Auf den folgenden Seiten, die von der Banque de Luxembourg initiiert wurden, erhalten Sie Informationen zum Kolloquium und zur aktuellen Situation der Philanthropie in Luxemburg. |
Ich habe mein ganzes Leben lang hart gearbeitet, so hart, dass ich manchmal wochenlang meine Familie nicht gesehen habe. Als meine beruflichen Aufgaben anfingen, mich weniger in Anspruch zu nehmen, wollte ich einen Teil meiner Zeit dazu verwenden, Werte mit ihnen zu teilen, zu denen ich stehe und die ich an die kommende Generation weitergeben will: Unternehmergeist, Glaube an die Zukunft und Nächstenliebe. Deshalb habe ich mich entschlossen, eine Familienstiftung zu gründen, ein gemeinsames Projekt, um anderen zu helfen.

Wir verteilen Stipendien im Wert von etwa 12.000 Euro pro Jahr an unterprivilegierte Jugendliche. Unser Ziel ist es, sie über drei bis fünf Jahre finanziell zu unterstützen und ihnen so zu ermöglichen, eine Ausbildung oder ein Studium abzuschließen. Unser Beitrag hat einen doppelten Effet: Indem wir die jungen Leute zum Arbeiten anhalten, verbessern sie ihre Zukunftsaussichten erheblich. Außerdem greifen wir in einem Alter ein, in dem viele leicht zu Dummheiten zu verführen sind. Meine eigenen Kinder nehmen mit Begeisterung an diesem Projekt teil.
Glückliche Kindheit, interessantes Studium, teilweise in den USA, schneller beruflicher Aufstieg in einer Branche, in der es an Geld nicht mangelt. Ich will nicht sagen, dass alles immer einfach war: Ich musste oft kämpfen, um voran zu kommen, gegen mich selbst oder gegen Mitbewerber. Doch ich kenne das Leben gut genug, um zu wissen, dass ich sehr privilegiert bin. Daher der Wunsch - man könnte fast sagen ein Bedürfnis - etwas von all dem, das ich erhalten habe, an andere weiterzugeben.

In meiner Jugend bin ich viel gereist. Wenn man vom Elend in einer bestimmten Region spricht, weckt das manchmal Erinnerungen in mir, an Szenen, an Menschen. Bei meinem Entschluss, einen Teil meines Geldes zu spenden, schien es mir ganz normal, den hilfsbedürftigsten Menschen in diesen Gegenden zu helfen: den Opfern von AIDS in Afrika. Ich bin auf eine Organisation gestoßen, die einen guten Ruf hat, Infizierten hilft und gleichzeitig Aufklärungsarbeit leistet. Ich habe mich verpflichtet, zehn Jahre lang einen jährlichen Beitrag von 70.000 Euro zu leisten. Offenbar hilft dieses Geld bei der Rettung von mehreren hundert Menschen.
Meine Leidenschaft ist die Musik. Meine Klavierlehrer bescheinigten mir früher ein großes Talent. Ich war allerdings nicht sicher, ob meine Fähigkeiten für eine Karriere als Konzertpianist ausreichen würden. Als es mit 18 Jahren galt, meinen Weg zu wählen, entschied ich mich für einen sicheren Beruf - mit sehr großem Erfolg. Ich bin der Musik jedoch immer treu geblieben. Vor einigen Jahren wollte ich wieder engeren Kontakt zum Umfeld meiner Jugend aufnehmen. Die Philanthropie war dafür eine gute Gelegenheit.

Ich habe Geld, bin aber kein Genie. Andere sind genial, haben aber kein Geld. Das ist mir vor einigen Jahren klar geworden. Ich war bei Freunden zum Essen eingeladen, und wir redeten über einen vielversprechenden Pianisten, der nur auf zweitklassigen Instrumenten proben konnte. Da kam mir die Idee, ihm ein besseres Klavier zu kaufen. Ich habe eine kleine Stiftung zur Unterstützung von Musikern ins Leben gerufen. Ich wusste nicht, wie sie sich entwickeln würde, aber bald schon fing ich an, Stradivaris an Geigenspieler in der gleichen Situation zu vergeben.
Wir waren zwei Brüder. Ich hatte eine relativ "normale" Kindheit, mein Bruder hatte leider nicht dieses Glück. Er war schwerbehindert - er litt unter einer Muskelschwäche, konnte nicht sprechen und war zu 90% blind. Wir haben nie genau erfahren, wie viel er von seiner Umgebung wahrnahm und verstand. Er war zwei Jahre jünger als ich und meine Beziehung zu ihm war von Anfang an sehr kompliziert. Ich habe Liebe für ihn empfunden, eine total machtlose Liebe. Nichts schien ihn zu bewegen. Bis sein Herz aufgab. Er war 22 Jahre alt.

Als ich mich etabliert hatte, wusste ich dass ich anderen Kindern mit der selben Krankheit helfen musste- helfen, in Erinnerung an ihn, an uns. Seitdem spende ich jährlich 40.000 Euro an eine Instutition die für kurze Zeit Jungs und Mädchen mit der gleichen Krankheit eine Ruhepause gewährt. Durch das bisherige Versäumniss eine effiziente Behandlung gegen die Krankheit zu entwickeln, ist mein Beitrag zumindest eine kleine Hilfe.
Bei meinem Eintritt ins Rentenalter hatte ich ein ansehnliches Vermögen, aber keine Erben. Deshalb habe ich beschlossen, einen Großteil an eine Sache zu geben, die mir am Herzen liegt und die über ideologische Unterschiede erhaben ist: der Umweltschutz. Und weil es eine Freude ist, an solch einer Sache teilzuhaben, wollte ich mich schon zu Lebzeiten engagieren. So habe ich mich mit Hilfe von Profis auf die Suche nach einer interessanten Initiative gemacht, denn ich muss zugeben, dass ich in diesem Bereich ein blutiger Anfänger bin.

Ich bin auf eine Organisation gestoßen, die sich für den Erhalt eines besonders vogelreichen Feuchtgebietes stark macht. Schon bei meinem ersten Besuch der Ornithologen vor Ort sprang deren Enthusiasmus auf mich über. Das Gebiet beherbergt viele verschiedene Vogelarten, einige davon sind sehr selten. Ich habe mich verpflichtet, die mehreren hundert Hektar, die dieses Gebiet umfasst, für 400.000 Euro zu kaufen und in enger Zusammenarbeit mit meinen Partnern einen kleinen, öffentlich zugänglichen Naturpark ins Leben zu rufen.